Ein paar Einblicke in meine Unterrichtsphilosophie
Das ideale Einstiegsalter zum Erlernen der Violine ist nach meiner Erfahrung mit 5 - 6 Jahren, kurz vor dem Schulanfang. In diesem Alter wird noch sehr intuitiv gelernt. Aber selbstverständlich ist das Erlernen auch zu jedem späteren Zeitpunkt - und auch für Erwachsene! - möglich.
Da wir abhängig von Alter und individueller Veranlagung ganz unterschiedliche Lerntypen sind, versuche ich Wege zu finden, meinen Unterricht so individuell wie möglich an die Bedürfnisse meiner SchülerInnen anzupassen.
Manche lernen besonders gut über das Gehör, andere über das Nachahmen und Bewegungsmuster, wieder andere wollen alles sehr genau verstehen und lernen schneller und besser "über den Kopf". Das zu berücksichtigen hilft, aus jedem und jeder die persönliche Bestleistung "herauszukitzeln".
In meinem Unterricht wird (vor allem mit den Jüngeren) auch mal getanzt, gesungen, gestampft und geklatscht - so fördern wir das für Streicher so wichtige Gehör, steigern das Rhythmusgefühl und üben das Notenlernen. Auch viele Bilder fließen in den Unterricht mit ein. So wird es am Anfang oft viel leichter gerade zu streichen, wenn man sich den Bogen z. B. als Schiff auf einem Kanal oder auch als schnelles Auto auf einer Autobahn vorstellt. Später finden wir auch Bilder um z. B. eine bestimmte Klangvorstellung zu erreichen oder andere technische Schwierigkeiten zu meistern.
Im Idealfall finden meine Schülerinnen und Schüler Freude auch am Üben zu Hause, erkennen ihre Selbstwirksamkeit, bleiben mit Biss und gesundem Ehrgeiz an etwas "dran", freuen sich über persönliche Erfolge und können diese auch wahrnehmen. Dadurch lernt man viel fürs Leben, auch jenseits der Musik. Um gutes, regelmäßiges Üben leichter in den Alltag zu integrieren arbeite ich zu Beginn gerne mit "Practice-Charts" und anderen kleinen, wirksamen Tricks, die den persönlichen Erfolg immer wieder sicht- und hörbar machen.
Da ich sehr großen Wert auf eine von Anfang an natürliche und gesunde Geigen- und Bogenhaltung lege, fließen auch verschiedene Lockerungsübungen in den Unterricht mit ein.
Auch das Spielen nach Gehör und das Auswendigspielen üben wir von Beginn an. So erlernen wir ein freieres Spiel, gute Intonation und trainieren unser Muskelgedächtnis.
Interne oder auch öffentliche Schülervorspiele (Klassenvorspiele finden drei Mal im Jahr statt - die Teilnahme ist freiwillig) motivieren die Schüler, schon früh das Erlernte einem kleinen oder größeren Publikum zu präsentieren.
Bei der Auswahl der Stücke versuche ich ab einem gewissen Lernerfolg die Wünsche meiner SchülerInnen zu berücksichtigen. Stücke die einem Freude bereiten motivieren ungemein - und führen oft zu schnelleren Lernfortschritten. Sofern Stücke noch zu schwer sind spielen wir auch mal nur Ausschnitte oder leichtere Bearbeitungen. Mit Jugendlichen einige ich mich oft auf die Formel "ein Stück wähle ich, das nächste darfst du dir wünschen" - um auch meinen pädagogischen Plan weiter verfolgen zu können.
Leistungsförderung:
Besonders motivierte Schüler versuche ich noch spezifischer zu fördern. Sie können an weiteren Vorspielen, Projektkinderorchestern oder an Wettbewerben wie "Jugend Musiziert" teilnehmen. Einige meiner SchülerInnen besuchen musische Gymnasien, dort unterstütze ich sie sehr gerne auf ihrem musikalischen Weg bis zum Abitur im Leistungsfach Musik. Wichtig ist mir, dass diesen Schülern auch unter gewissem Druck (der durch die dann regelmäßige Benotung ihrer Vorspiele entstehen kann) ihre Spielfreude erhalten bleibt, und sie ggf. Strategien beim Umgang mit Lampenfieber erlernen.
Beim renommierten, vom Deutschen Musikrat ausgetragenen Wettbewerb "Jugend Musiziert" könnten einige meiner SchülerInnen bereits erste und zweite Preise auf Regional- sowie ab Altersgruppe 2 auch auf Landesebene (bayernweit) erzielen!